Sarah Mewes - AI Queen - (c) 2023 Sarah Mewes
Allgemein

FLR – Eine neue Perspektive für mich?

### Was ist FLR?

Bevor ich weiter in meine Gedankenwelt eintauche, lasst uns kurz definieren, was FLR überhaupt bedeutet. Eine Female Led Relationship ist eine Beziehungsform, bei der die Frau die führende Rolle in verschiedenen Aspekten des gemeinsamen Lebens einnimmt. Dies kann von Alltagsentscheidungen bis hin zur Führung im Schlafzimmer reichen. FLR kann unterschiedliche Formen annehmen, je nachdem, wie tief diese dynamische Struktur in das Leben des Paares eingebettet ist.

### Meine Erfahrungen mit Dominanz

Bisher habe ich in meiner Rolle als Sexarbeiterin im BDSM-Bereich Erfahrungen als dominante Partnerin gesammelt, jedoch ausschließlich im Schlafzimmer. Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, dass ich die Fähigkeit besitze, die Kontrolle zu übernehmen und die Richtung der sexuellen Begegnungen zu bestimmen. Es stellt sich die Frage, ob ich diese Fähigkeiten in eine FLR-Beziehung außerhalb des Schlafzimmers übertragen könnte und wollte.

### FLR – Eine Möglichkeit für mich?

Diese Frage führt zu einer tieferen Selbstreflexion. Ist FLR etwas, das mit meiner Persönlichkeit und meinen Wünschen übereinstimmt? Könnte ich mir vorstellen, eine solche Rolle nicht nur im Schlafzimmer, sondern auch im Alltagsleben eines Paares zu übernehmen? Würde dies zu meinem Verständnis von Partnerschaft und Gleichgewicht passen?

### Persönliche Grenzen und Vorstellungen

Ein wesentlicher Aspekt meiner Überlegungen ist das Verständnis meiner persönlichen Grenzen und Vorstellungen. Eine FLR erfordert nicht nur die Fähigkeit zur Führung, sondern auch eine klare Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. Es ist wichtig, dass ich, sollte ich diesen Weg in Betracht ziehen, weiterhin meine Bedürfnisse und Grenzen respektiere.

### Abschlussgedanken

Meine Überlegungen zu FLR sind ein Teil meiner kontinuierlichen Reise zur Selbstfindung und zum Verständnis meiner Sexualität und Geschlechtsidentität. Es ist ein spannender Gedanke, der mich herausfordert, über meine bisherigen Erfahrungen hinauszublicken und möglicherweise neue Aspekte meiner Persönlichkeit zu entdecken.


**Meine persönlichen Gedanken zur FLR**

Meine Transition hat meine Sicht auf Sexualität und meine eigene sexuelle Identität grundlegend verändert. Als heterosexuell orientierte Frau spüre ich eine starke Anziehung zu Männern, was mir erlaubt, meine Identität als Frau vollständiger zu leben und zu erleben. In sexuellen Beziehungen schwanke ich möglicherweise zwischen Dominanz und Unterwerfung, was mich in den Bereich der Switcher einordnen könnte.

Diese Entwicklungen wirken sich auf meine Überlegungen zu einer möglichen FLR aus. Eine FLR könnte einen Rahmen bieten, in dem ich sowohl meine feminine Identität als auch meine sexuellen Neigungen voll ausleben kann, wobei ein tiefes Verständnis und Akzeptanz meiner Identität als trans Frau erforderlich ist.

Jedoch konfrontiert mich meine Situation als trans Frau vor der genitalangleichenden Operation mit speziellen Herausforderungen. Die oft negative Konnotation – „Du bist ja keine richtige Frau“ – die mir entgegenschlägt, ist verletzend und erschwert die Anbahnung von Beziehungen erheblich. Das Bedürfnis, immer wieder erklären zu müssen, wer ich bin und was mich ausmacht, führt häufig zu weiterer Ablehnung, besonders weil ich nicht dem stereotypen Bild einer trans Frau aus der Pornoindustrie entspreche.

In diesem Kontext könnte ich in der queeren Community mehr Akzeptanz finden, da ich das „T“ in LGBTQIA+ repräsentiere. Dennoch finde ich mich in einem Dilemma wieder: Obwohl ich selbst nicht die geschlechtsangleichende Operation abgeschlossen habe, fühle ich mich nur dann zu trans Männern hingezogen, die diesen Schritt bereits vollzogen haben. Dies stellt einen inneren Widerspruch dar: einerseits nicht „komplett“ zu sein, andererseits von anderen zu erwarten, als „komplett“ angesehen zu werden.

Diese komplexen Gedanken und Gefühle beeinflussen maßgeblich, wie ich eine FLR betrachte. Es ist eine Gratwanderung zwischen dem Bedürfnis nach einer tiefen, akzeptierenden Verbindung und dem Wunsch, meine eigene, einzigartige Identität innerhalb einer solchen Beziehungsdynamik zu erforschen und auszudrücken.