(c) 2020 - Sarah Mewes
Allgemein

Meine Vision des D/s im BDSM

Wie ich zu D/s kam

Meine Faszination für D/s begann vor über 20 Jahren, hauptsächlich durch den Konsum von Pornos, in denen ich mich immer mit der Frau im Bild identifizierte. Nach meinem Outing als trans Frau im Jahr 2020 konnte ich endlich meine eigenen Erfahrungen als Frau in dieser Dynamik sammeln und erleben.

Warum D/s?

Das Bedürfnis, loslassen zu können, hat mich in die Welt des D/s geführt. Ich bin im Berufsleben stark gefordert und schätze die Abwechslung, die diese Dynamik in meine Sexualität bringt. Es ist für mich wie ein mentaler Urlaub, eine Pause von den Anforderungen des Alltags. In diesen Momenten gibt es nur mich und meinen Partner, eine klare Rollenverteilung und einfache Regeln.

Sub und nicht Slave

Ich möchte klarstellen, dass ich in der D/s-Dynamik eine „sub“ bin, keine „slave“. Dieser Unterschied ist wichtig für mich. Während eine „slave“ oft in einer intensiveren, manchmal sogar 24/7-Beziehung der Unterwerfung steht, beschränkt sich meine Rolle eher auf das Schlafzimmer. Ein wenig „Aua“ mag dazugehören, aber es ist nicht der Hauptfokus meiner D/s-Beziehung. Es geht mehr um die mentale Dynamik, die Macht und Kontrolle, die mir erlauben, loszulassen.

Meine Regeln und Rituale

Ein Safeword ist für mich das A und O. Mein Dom muss mein uneingeschränktes Vertrauen genießen. Ich möchte nicht sein Lehrer sein; er sollte bereits eine klare Vorstellung von D/s haben. Ruhe und Besonnenheit sind mir wichtig, ebenso wie die Fähigkeit zur klaren Kommunikation. Und ja, ich bevorzuge Flogger gegenüber Peitschen!

Meine Partner

Alle meine Partner im D/s-Kontext sind cis-endo männlich. Es ist das Zusammenspiel der Geschlechter und der Energien, das für mich den Reiz ausmacht. Es schafft eine bestimmte Balance, die ich in meiner sonst so geregelten und kontrollierten Welt selten finde.

Meine Grenzen

Brutale Gewalt oder Rollenspiele im strafrechtlichen Bereich sind absolut tabu für mich. Erfahrung in BDSM ist kein Garant für Qualität. Jede D/s-Beziehung fängt bei Null an, und das sollte jedem bewusst sein, der sich auf diese dynamische Reise mit mir begibt.

Die Balance zwischen Alltag und D/s

In einer idealen D/s-Beziehung verschwimmen für mich die Grenzen zwischen dem Alltag und dem D/s-Leben. D/s kann sich in kleinen, subtilen Gesten manifestieren, die im täglichen Leben eingebettet sind. Zum Beispiel könnte es Vorgaben für meine Kleidung geben, die ich befolgen muss. In manchen Fällen könnten mir auch spezielle Aufgaben gestellt werden, wie das „Aufreißen“ von jemandem bei einer Firmenfeier. Diese scheinbar kleinen Dinge fügen eine Dimension der Erregung und des Engagements in meine tägliche Routine ein. Allerdings sollte mein Dom bereit sein, für die Outfits aufzukommen, wenn er bestimmte Kleidungspräferenzen für mich hat.

#### Das wichtige „Aftercare“

Nach einer intensiven D/s-Session brauche ich normalerweise kein besonderes „Aftercare“, da ich die Erfahrung des „Sub-Space“ oder des „Fliegens“ nicht durchlebe. Da ich immer bei vollem Bewusstsein und voll engagiert bin, fühle ich keine spezielle Notwendigkeit für eine Nachbesprechung.

#### Die Bedeutung von Vertrauen

Vertrauen ist die Säule jeder D/s-Beziehung für mich. Die Interaktionen sind weitgehend einseitig bestimmt; mein Dom gibt die Anweisungen, und ich folge. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich keinen Einfluss oder keine Stimme in der Beziehung habe. Der Dom sollte regelmäßig mein Wohlbefinden und meine Grenzen abklopfen. Wenn ich Disziplinierung benötige, soll sie sinnvoll und lehrreich sein, nicht nur eine Ausrede für den Dom, um Bestrafungen auszuteilen.